1988 – 1997 Frühe Jahre

Bildschirmfoto 2017-08-02 um 14.33.45Wer bereit ist, aus Liebe zu einigen Quadratmetern Bretterboden und aus Begeisterung für das Stück Leben, das auf diesen Brettern erstehen kann alles auf sich zu nehmen und jede Kleinigkeit und jede Schmutzarbeit mit der gleichen Liebe zu tun, mit der er eine große Rolle spielt oder eine faszinierende Regie führt – das ist ein Theatermensch.“ Jean Louis Barrault

Solche Theatermenschen mit viel Liebe zu „diesen Brettern“ und mit langem Atem sind nötig, um die Idee und den Elan der ersten Jahre „wir machen Theater in Filderstadt“ nicht nur am Leben zu erhalten, sondern mit der gleichen Begeisterung fortzuführen. Dies war stets unser Motto und blieb bis heute erhalten.
„Wir blicken optimistisch in die Zukunft“

Mit diesem Leitgedanken wurde die Filderbühne auch im zweiten Jahrzehnt ihres Bestehens und darüber hinaus durch die nachfolgend aufgeführten Vorstände geführt:

1987 – 1988 – Eine künstlerische Note gab Ferdinand Hettinger seiner Amts- zeit. Bedingt durch sein zweites großes Hobby, das Filmen, das sich für ihn in der Wichtigkeit noch vor dem Theaterspielen platzierte, stand er für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung. Er legte sehr großen Wert auf die Schulung der Mimen. Improvisationsabende mit Schwerpunkt Sprache, Mimik, Gestik, Bewegung lagen ihm am Herzen.

Von 1988 bis 1992 nahm sich lIona Pittini mit großem Eifer und starkem persönlichen Einsatz der Filderbühne an. Für sie war die Filderbühne die zweite Heimat. Sie hat sich stark mit dem Theatergeschehen identi ziert. In ihrer Amtszeit entstanden so schöne Stücke, wie z. B. „Der Mann, der sich nicht traut“ sowie „Die Hexen von Plattenhardt“ von Reiner Kohler „Gordy“. Die Begegnung mit „Gordy“ entstammte dieser Ära.

Seit 1992 leitet nun Hilde Schwind die Geschicke der Filderbühne. Mit ihrem frischen, unkomplizierten Wesen hat sie den Staub aus dem Gemäuer gefegt. Bei und mit ihr läuft immer etwas. Sie kann delegieren und motivieren und sie hat ein Faible fürs Feiern. In ihrem Umfeld kommt Langeweile deshalb schon gar nicht auf. Auch die zeitweilig für beide Seiten positive Zweckgemeinschaft mit dem Albverein haben wir ihr zu verdanken
sowie die Zughörigkeit zum Vereinsring Plattenhardt. Energisch vertreibt sie unermüdlich das über uns hängende Damoklesschwert des Verlustes unseres Vereinsheims.

Nicht Stillstand sondern Weiterentwicklung stand im zweiten Jahrzehnt auf dem Programm. In einigen Bereichen wurde investiert: In Kostüme, in Beleuchtungstechnik, aber auch in die Ausbildung der Mitglieder. Regie zu führen, Hexen zu schminken, Jugendarbeit usw. will gelernt sein und so wurden beim Landesverband der Amateurtheater Baden-Württemberg Lehrgänge in verschiedensten Bereichen besucht. Die neuen Impulse gaben Sicherheit und die stetig wachsende Professionalität sowie eine gewisse Routine sah man den Stücken dieser Jahre an.

„Die Hexen von Plattenhardt“ (Wiederaufnahme 1997)Bildschirmfoto 2017-08-02 um 14.34.09

Die Geschichte einer Freundschaft
Wer kannte sie nicht – „Mary & Gordy“, das erfolgreichste Travestie-Duo Deutschlands. Leider musste Gordy wegen eines Rückenleidens aufhören, und er suchte sich viele andere Betätigungsfelder. Unter anderem baute er „Beate von T.“ mit Songs, Kostümen und technischem Equipment zu einer hervorragenden One-Woman-Show auf. Sie gastierte auch zweimal in der Filderbühne. Nach der Vorstellung saß man beieinander, und Gordy wurde gefragt: „Warum schreiben Sie nicht für uns mal ein Theaterstück?“ Gordy sagte spontan zu, aber wir hatten in unseren kühnsten Träumen nicht damit gerechnet, dass er schon ein paar Monate später das fertige Stück auf den Tisch legt.

Es passte hervorragend zu uns, denn wir hatten ihm von allen Spielern Fotos mitgegeben. So konnte er je- dem Einzelnen die Rolle auf den Leib schreiben. Es waren wirkliche Maß- anzüge. Aber natürlich konnte der routinierte Show-Star es nicht lassen, die „Hexen von Plattenhardt“ auch mit Songnummern reichlich zu spi- cken.

Als es zu den Aufnahmen ins Studio ging, waren wir entsprechend auf- geregt. Doch wir haben es gepackt. Während der Presse-Kampagne für das Stück, hörte man die Songs bei allen Rundfunk-Interviews und wir traten damit sogar live beim Süd- westfunk Baden-Baden in der regio- nalen Fernsehshow auf.